Ist ChatGPT ein Risiko für den Datenschutz

Ja – ChatGPT kann ein Datenschutzrisiko darstellen, muss es aber nicht. Entscheidend ist, wie ChatGPT eingesetzt wird, welche Daten eingegeben werden und welche Unternehmensregeln gelten.

Besonders kritisch sind personenbezogene Daten

Nicht ungeprüft in ChatGPT eingeben sollten Mitarbeiter beispielsweise:

  • Namen, Adressen und Kontaktdaten von Kunden oder Beschäftigten
  • Gesundheits- und Pflegedaten
  • Personalakten oder Bewerbungsunterlagen
  • Vertrags- und Kundendaten
  • Passwörter, Zugangsdaten oder API-Schlüssel
  • vertrauliche Geschäftsunterlagen
  • vollständige E-Mails mit personenbezogenen Informationen

Gerade für Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen und soziale Einrichtungen ist besondere Vorsicht erforderlich, weil dort häufig Gesundheitsdaten verarbeitet werden.

Wo liegen die Datenschutzrisiken?

1. Datenübermittlung an einen externen Dienst
Bei der Nutzung eines KI-Dienstes werden Eingaben technisch verarbeitet. Das Unternehmen muss deshalb prüfen, welche Daten verarbeitet werden, auf welcher Rechtsgrundlage und unter welchen Vertragsbedingungen.

2. Fehlende Kontrolle durch Mitarbeiter
Das größte praktische Risiko ist häufig nicht die KI selbst, sondern dass Mitarbeiter vertrauliche Informationen einfach in ein KI-Chatfenster kopieren.

3. Betroffenenrechte
Unternehmen müssen beispielsweise weiterhin in der Lage sein, Auskunfts-, Löschungs- oder Berichtigungsanfragen ordnungsgemäß zu bearbeiten.

4. Vertraulichkeit
Geschäftsgeheimnisse, interne Strategien oder Kundendaten gehören nicht ungeprüft in öffentliche bzw. nicht freigegebene KI-Dienste.

Die sichere Lösung für Unternehmen

Ich würde für ein Unternehmen wie HR Controls eine klare KI-Nutzungsrichtlinie einführen:

Keine personenbezogenen oder vertraulichen Daten in nicht freigegebene KI-Systeme eingeben.

Zusätzlich sollte festgelegt werden:

  1. Welche KI-Dienste dürfen verwendet werden?
  2. Welche Daten dürfen eingegeben werden?
  3. Welche Daten sind verboten?
  4. Wer darf KI beruflich nutzen?
  5. Wie werden KI-Ausgaben kontrolliert?
  6. Wie werden Datenschutz und Informationssicherheit dokumentiert?

Wichtig: „ChatGPT ist verboten“ ist normalerweise nicht die beste Strategie. Sinnvoller ist ein kontrollierter KI-Prozess mit freigegebenen Anwendungen, Datenschutzprüfung und Mitarbeiterschulung.